SCHATZ TEXTE TEILEN


„Schätze Teilen“ ist das ansprechende Motto des diesjährigen Tag des Denkmals, der vom Österreichischen Bundesdenkmalamt ausgeschrieben wird. Wie seit vielen Jahren gibt es in Freistadt in diesem Rahmen zahlreiche Schätze zu bergen und zu entdecken. Wie bereits in den vergangenen beiden Jahren ist unser künstlerischer Beitrag im sonnengelben Eckhaus Hauptplatz / Böhmergasse, Eingang Böhmergasse 2, zu finden.
Wesentliche Schätze in meinem /Andrea Fröhlich/ Leben sind Texte. In fremde Welten entführende Romane, dahinschlendernde Gedanken in Essays, prägnante Zitate und verdichtende Gedichte.
Die Sprache ist unser aller Schatz, der gepflegt und vermehrt, verbreitet und geteilt werden muss. Der Altstadtkeller wird zu einer goldenen Schatzkammer für meine Textauswahl. Ein großes Goldnugget birgt Text, die mich zu unterschiedlichen Lebensphasen besonders angesprochen haben und mir wichtig geworden sind. Die Besucherinnen und Besucher sind eingeladen sich eines dieser Textröllchen zu ziehen und eine Überraschung mitzunehmen.

Freistadt, Sonntag, 30. September 2018, 10 bis 17 Uhr

KunstRätsel 033

Das Gehirn tut nicht mehr, als es muss. Einfach so will es nicht über sich hinaus wachsen. Komplexe, vielspurige Vernetzungsstrukturen entstehen nur mit entsprechend vielfältigen Herausforderungen. Solange alles bleibt wie es ist, kann man gut sein ganzes Leben mit ein paar wenigen, aus der Kindheit übernommen Bewältigungsstrategien zubringen. Es bleibt halt nichts so wie es ist und einstmals erfolgreiche neuronale Denk- und Verhaltensmuster passen sich nicht freiwillig ohne Zutun an sich ändernde Lebenswelten, an neue Rahmenbedingungen und prozesshafte Beziehungen an. Das eigene Denken, Fühlen und Handeln immer wieder neu an die jeweils auftretenden Herausforderungen abzustimmen, das wäre die Kunst um die es hier geht.
Diesem Glaubenssatz vielstimmiger Quelle widmen wir diesen monatlichen KunstRätselplatz. Von Rosamunde Pilcher (Autorin) über Heinz Erhard (Komiker), Baghwan (Guru) wird seine Autorschaft verschiedenen Menschen zugeschrieben. Andrea jedenfalls hörte ihn im Radio. Johannes findet ihn genial.
Für alle die an dieser Stelle inzwischen eine konkrete Rätselfrage gewohnt sind, bedienen wir uns wieder einmal beim Bändchen „Findet mich das Glück?“ von Fischli und Weiss: „Warum dreht sich alles um mich?“ oder „Warum weiß ich immer alles besser

Zum ersten Mal

Dass sich auf unserem Platz Feste verschiedener Formate feiern lassen, haben wir mehrfach erprobt. Ein Sommerkino gab es am Montag, 20.8 zum ersten Mal! Casablanca, der Kitsch-Epos der 1940er zwischen Lagerfeuerstelle, Dreschwagen und Frühstückszimmer. Kann gut sein, dass dieses Erste Mal nicht das letzte Mal war!

KunstRätsel 032


Die Figuren der Verweigerung in Zeiten in denen kapitalistische Kräfte in alles Private und Persönliche, Zwischenmenschliche und Familiäre eindringen, sind vielfältig. Vierzig Jahre ist es her, dass ein serbischer Künstler sich ins Bett legte und sein nichts tun zur künstlerischen Arbeit erklärte: Ich möchte lieber nicht. Im ersten zentralen Hauptausstellungsraum der Biennale in Venedig trafen wir auf seine Portrait-Serie. Er ist ein passiver Widerständler, eine randständige und geradezu romantisch erscheinende Gegenfigur zum aktuelle Prototyp des Künstlers, der als Manager mit Marketing-Expertise im Wallstreet-Outfit, als Organisator und Optimierer seiner selbst auftritt. Der damals noch in Jugoslawien lebende Künstler feierte die Unproduktivität und den Rückzug ins scheinbar Passive. Zweckfreie Zeiten, zweckfreie Räume, zweckfreie Begegnungen braucht der Mensch.

Die Box als ihr Schloss inszenierte Andrea Loux. Online ist nichts darüber zu finden, welche Räume die Schweizerin im Alltag bewohnt.

KinderHaus

Die Spreu vom Weizen zu trennen, war einst Aufgabe dieser Putzmühle. Sie ist auch unter diesen klingenden Namen bekannt: Rotationsworfelmaschine, Windfege, Kornfege, Windsichte, Fegemühle, Blähmühle, Getreidewinde und Getreidewehe. Jedenfalls wurde sie jetzt bei uns zum Kinderhaus.

KunstRätsel 031


Jeder hat sein Schloss, seinen Rahmen, seine Bühne, seinen Hafen, seinen Tellerrand oder auch seine Schachtel, in der er sich eingerichtet hat. Nicht auf unserem Garagenboden, sondern unter einem denkmalgeschützten Linzer Dachstuhl konnte man das Bezugswerk dieses Rätsels sehen, wenn man sich von Alice die Sinne verdrehen hat lassen. Wie heißt die Schweizer Künstlerin, die sich mit dem erschließen und bespielen von Räume auseinandersetzt?

Lösung KunstRätsel 030
Aus all diesen im Video genannten Teilen konstruierte Franz Gsellmann’s in den Jahren von 1958 bis 1981 seine Weltmaschine.

KunstRätsel 030


Exakt zum 60. Baubeginn-Jubiläum inszenieren wir zu einer Kunst-Maschine, die sowohl geographisch als auch hinsichtlich ihrer Bedeutung am Kunstmarkt weit ab von Venedig Biennale und lukrativen Sotheby-Versteigerungen angesiedelt ist. Ein kleiner Impuls, ein Zeitungsfoto des Atomium der Expo 1958 in Brüssel, war Anstoß für dieses Lebenswerk des Menschen, den wir suchen. Diese „die Welt“ in sich vereinende Maschine haben wir bereits drei Mal an dem Ort besucht, an dem es ursprünglich geschaffen wurde, nämlich außerhalb von Feldbach, außerhalb von Edelsbach, dort wo die Welt und das Leben in den Nachkriegsjahrzehnten noch recht Kaag war. Den Erbauer als österreichischen Jean Tinguely zu bezeichnen, lockt nur bedingt auf die richtige Fährte: oberflächlich betrachtet schufen zwar beide „bewegte Objekte durch Neukomposition von Second-Hand-Teilen“, aber während der eine zur erfolgreichen künstlerischen Avantgarde seiner Zeit zählte, wurde der andere als kompromisslosen Eigenbrötler angesehen. Klaus Ferentschik schrieb einen Roman über die Entstehungsgeschichte, Gerhard Roth einen Essayband und Peter Patzak machte, nach dem Drehbuch von Christine Nöstlinger, einen Film. Keine – oder vielleicht eine – Bauanleitung ist die im Video zu hörende Zutaten-Litanei, die bei Roth zu finden ist.
Die Maschine erzählt vom Leben eines Menschen, der gegen Norm und Ertragssteigerung, intensive Zeit und all seine finanziellen Ressourcen seiner Vision gewidmet hat. Die Maschine produziert optisches und akustisches Vergnügen und damit wird dieses KunstRätsel auch zum „Ausflugstipp für die ganze Familie“ in der Oststeiermark.
Wie heißen Kunstwerk und Erschaffer des von uns gesuchten Werkes?

Wer sich im Mai Zeit für Lyrik genommen hat, weiß vielleicht inzwischen, dass Sebastian 23 der von uns gesuchte Wortakrobat ist.

KunstRätsel 029

Bild

Diesen Monat verarbeiten wir ein Sprachkunstwerk, auf das wir durch Ö1 aufmerksam geworden sind. Die Kaskaden lehrreicher Sprachbilder stammen von einem Meister der deutschen Poetry Slam Szene, der die Zahl 23 anstatt seines Nachnamens führt. Sein Philosophie Studium als Basisbildung lies ihm in üppigen Happen Zeit für Lyrik. Eine Auswahl seiner Wort-Verdichtungen versammelte er unter dem ungewöhnlichsten Buchtitel 2016. Der, den wir suchen, fragt darin unter anderem, ob das Leben ein Umfall ist, erzählt die politisch korechte Fortsetzungsgeschichte von Dirk, Sören und Ronny (vulgo Karies-Hai), die zu besonderen Lieblingsfiguren von Johannes geworden sind und berichtet von seinen Versuchen Frauen kennen zu lernen.
Wie heißt der Wortakrobat, dem wir diesen Monat unser KunstRätsel widmen?

Die Lösung des letzten Rätsel, Monat Elke Silvia Krystufek.