Landwirtschaft schafft Landschaft

Heu- und Strohhaufen waren über viele Jahrhunderte das Ergebnis menschlicher Zusammenarbeit. Mit dieser verdichteten Kraft der Natur, mit diesem Futter, galt es über den bevorstehenden Winter zu kommen. Wie Heu und Stroh geschichtet und getürmt wurde, war in ganz Europa von Region zu Region unterschiedlich: Es gab hausartige Ausbildung von Heuhaufen, Heumeiler über kubisch ineinander gesteckte Pfosten, Heukegel, Heureiter und unterschiedliche Männchen-Formen, sogenannte Heumandl.

Gegenwärtig ist im Spätherbst kaum ein Blick in die Landschaft möglich, der nicht die eine oder andere Anhäufungen der in Kunststofffolie gewickelten Silage inkludiert. Fährt man durch von Rinderwirtschaft geprägte Gegenden sind die Silage-Rundballen Teil des Landschaftsbildes. Landwirte sind Landschaftsarchitekten. Durch ihre Arbeitspraxis entsteht Kulturlandschaft. Die Ballen-Anhäufungen und -Zeilen sind zum ubiquitären Phänomen geworden, deren Gestalt kaum geographisch unterschiedliche Spezifika aufweist. Silage-Ballen ist Silage-Ballen, gleich in welcher Gegend, in welchem Tal, in welchem Land man unterwegs ist. Silage-Ballen – das verbindende Element in einem Europa der Regionen? Wie weit müsste man fahren, nach Norden, nach Süden, nach Westen nach Osten, um eine anderer Form der Vorratshaltung zu Gesicht zu bekommen?

Die gesamte Fotoarbeit besteht aus rund 100 Fotos, die zu einem Endlosband /rund 15 Laufmeter/ quer durch Landschaften zusammengefügt worden sind. Präsentiert wird die Arbeit am 22. Juni 2013 beim Fest LandLeben heute sowie
beim Höfefest in St.Pölten, 14. September 2013, von der Freie Initative akta, im Salon Schreinergasse.

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Literatur / Link
Eine umfassende Typenlehre von Getreide und Stroh-Haufen bietet Sotrifffer, Kristian: Heu und Stroh. Ein Beitrag zur Kultur- und Kunstgeschichte. Linz, Schlanders 1990. Eine eindrückliche Sammlung an Bildmaterial zum Thema bietet die Seite www.hayinart.com.

Danke
Daniel Blazej, für deinen grafischer Support
Johannes Schwarz, Chauffeur und Begleiter bei den Fotosafaris mehrmals quer durch Mühlviertel