Angst. Oder? 2017

Im Rahmen des Schulprojektes ANGST mit der NMS Ulrichsberg habe auch ich Arbeiten zum Thema Angst geschaffen. Die Ausstellung läuft von 22. März bis 7. Juni 2017.


ANGST. ODER?
(Mixed Media, Collage auf Leinwand, ca. 125x125cm)

Angst ist ein großer schwammiger Begriff. Die Collage spannt unterschiedliche Aspekte und Gedanken zu den Wirkungsweisen von Angst auf: Reaktionsweisen im Umgang mit Angst, Politik der Angstmache, bekannte Angstbilder und die Frage, wovor es tatsächlich Sinn macht, sich zu fürchten. Zentral aber sind die Strategien der Angstüberwindung. Angst. Oder?


KOMM, GEHN‘ WIR LEBEN!
(Serie von 15 Zeichnungen, je ca. 30x50cm)

Furcht und Angst gehören zu unseren grundlegenden menschlichen Empfindungen. Die eigentlich interessant Frage ist nicht, wovor wir Angst haben, wovor wir uns fürchten, sondern was können wir tun, wenn wir Angst haben.

FRAGEN ÜBER FRAGEN
(Monotypien, 50x70cm)
Zum Glück ist die Welt nicht schwarz und weiß, nicht einfach gut und böse, nicht nur glücklich, aber auch nicht nur zum Fürchten. Zum Glück können wir uns immer wieder aufs Neue entscheiden – oder einfach auch Ambivalenzen aushalten.

OH DU LIEBER MANDELKERN
(Text + Grafik-Installation, ca. 25x25x40cm)

Wir sind unserem Gehirn nicht machtlos ausgeliefert. Vorurteile dienen zwar auch als Interpretations- und Verhaltenshilfe. Aber als Menschen haben wir die Fähigkeit zu reflektieren, nachzudenken und dann erst zu handeln.
Der Mandelkern regiert uns nicht.

ANGST-BILDER-ANGST
Unser Gehirn arbeitet in Bildern. Was ist jetzt echt und wahr? Was ist erfunden und manipuliert? Welchen Bildern könne wir glauben? Mit welchen Tricks soll uns etwas glaubhaft gemacht werden? Es kann einem ganz schön Angst machen, wenn man alles glaubt, was man sieht.
In Zeiten von Digitalisierung und Internet, das von allen genutzt werden kann, sind genaues hinschauen, zweifeln und in Frage stellen, wichtige Kompetenzen.

Im Rahmen des Forschungsprojektes „humano complexu“ ist es einem Team von Wissenschaftlerinnen des Soziologie Institutes der Princeton University gelungen, die neuronale Bedingtheit von Xenophobie zu verifizieren. Die Angst vor allem was fremd und ungewohnt, was neu und anders ist, ist wie die Visualisierung zeigt auf eine unterentwickelte Vernetzung des Gehirns zurückzuführen. Komplexes und vernetztes Denken, systematisches und reflexives Denken sowie eine differenzierte Weltsicht sind bei Xenophobie stark herabgesetzt.
Damit man als Mensch über Schwarz-Weiß-Denken hinauskommt, braucht es Erfahrungsreichtum und unterschiedliche Erlebnisse, die für die Vielfalt menschlichen Seins neugierig machen. Nur so, das bestätigt das Projektteam, bildet sich Gehirnstrukturen, die uns zu offenen und angstfreien Menschen werden lassen.
ODER
Franziska G., 84, absolviert seit Herbst des vergangenen Jahres den Kurs „Ich bin Computerfit!“ für Seniorinnen und Senioren. Die Angst vor dem Computer als neues, digitales Werkzeug hat sie inzwischen abgelegt. Die einstige Hilflosigkeit im Umgang mit Internet-Suchmaschinen ist verflogen. Mit ein paar Klicks und überlegter Recherche findet sie das, was sie sucht: ein Rezept, eine Anleitung für Morgengymnastik und die Kontaktdaten einer Therme. Jetzt taucht sie in die Welt der digitalen Bildbearbeitung ein und ist fasziniert von den Möglichkeiten, die das Programm Photoshop bereit hält. Auf ihr erstes wirklich gelungenes Bild ist sie besonders stolz: Inspiriert durch einen Traum gestaltete Franziska G. diese Grafik.
ODER
Die mikroskopische Diagnostik von Zellen und Geweben mit modernster Technologie spielt zur Erkennung zahlreicher Krankheitsbilder eine wesentliche Rolle. Zur Erkennung vieler Tumorarten nutzen medizinische Fachleute Proben, die bei einem Zellabstrich oder einer Biopsie entnommen wurden. Zahlreiche Details der Untersuchung werden anhand der Bilder gemacht: Sind es gut- oder bösartige Zellen? Um welche Art von Krebs handelt es sich? Wächst er eher langsam oder besonders aggressiv? In welchen Areale des Körpers haben sich die Tumorzellen bereits verbreitet? Wie ist die Zellstruktur beschaffen? In welchem Entwicklungsstadion befinden sich die Zellen bereits? Um die Bilder leichter interpretieren zu können, werden sie von den Medizinern, wie hier dieses Beispiel zeigt, eingefärbt.