Fragen, Faltungen und Äpfel

eine Ausstellung von Andrea Fröhlich
Galerie im Gwölb, Haslach/Mühl, 10. Februar bis 11.März 2017

Ein Apfel? Etwas Handfestes, das an unsere Welt als Paradies erinnert.
Eine Frage? Ein sich eröffnender Horizont.
Eine Falte? Eine Wiederholung mit Differenz.

Die Collagen und Druckgrafiken umspielen wie wir uns die Welt konstruieren, befragen das, was wir für wahr nehmen und wie sich hinter gleichen Fassaden bei genauerer Betrachtung feine Unterschiede auftun.
Also: Ein Apfel, als etwas Handfestes zum Hineinbeißen. Eine Frage, ein sich nach hinten öffnender Satz, der uns etwas denken lässt, das vorher, hinter dem Horizont lag. Eine Falte, als Bild für den Variantenreichtum der Gestaltungsweisen menschlichen Lebens.

Äpfel, Kunst und Himmel
(2016, 68 x 98cm)
Ein Gefüge unterschiedlichster Wirklichkeitsebenen ist unser Leben. Dass es im Alltag für uns oft keinen Unterschied macht, ob es sich um etwas buchstäblich handfestes handelt oder um fiktive Vorstellungen, das interessiert mich. Die Collagen spannen Zwischenraume aus fragmentarischen Versatzstücke aus denen wir unsere Weltbilder basteln, auf. Alle Zitate stammen aus Franz Josef Czernins Essay „Voraussetzungen“ in dem er in einen fiktiven Dialog mit dem schwedischen Mystiker und Theosophen Emanuel Schwedenborg (1688-1772) tritt: S. 6, 7, 8, 25, 28, 29, 63, 64; Graz, Wien 2002.


Collagen zu Bachmann-Preisträgertexten
(2015-2016, insg. 41 Collagen, sowie Coverseiten für Publikation)
Dichte Texte, komplexe Erzählstrukturen und Sprachkonzepte bilden die Bezugspunkte für diese Collage. Seit 1977 finden in Klagenfurt jährlich die Tage der deutschsprachigen Literatur statt bei denen der Ingeborg-Bachmann-Preis verliehen wird. Er gilt als eine der wichtigsten literarischen Auszeichnungen im deutschsprachigen Raum. Jeder Gewinner-Text der vergangenen vierzig Jahre wurde in eine College übersetzt. Die Zitate stammen aus dem jeweiligen Gewinnertext.


KunstS*
(2016, 3 Plakate)
Was ist all das, dass als Kunst bezeichnet wird? Bildschnipsel der Kunstgeschichte, aus Alltagsmedien sowie Fragmente eigener Kunstprojekte werden in Korrelation zum Lied KunstS* gesetzt. Dieser Text des österreichischen Liedermacher-Duo Christoph & Lollo, bildet die Grundlage für die Collagen, die es auch als Poster gibt. Es sind also zwei Rätselfragen in KunstS* versteckt. Die einfache: Nach welchem Wort wird hier gefragt? Die unlösbare: Unter welchen Umständen, durch welche Auseinandersetzung, in welchem Kontext, kann etwas zu  Kunst werden?
Bonusfrage: Was haben wir Menschen von all dieser KunstS*?


Ausland ist wohl anderswo
(2016, noch nicht verlegt, Grafiken und Texte für ein Kinderbuch von Anita Eder-Stöbich und Andrea Fröhlich)
Irgendwo schnappt ein Mädchen das Wort „Ausland“ auf. Es macht sich auf den Weg um herauszufinden, wo denn dieses geheimnisvolle Land liegt.


(alle Fotos der Vernissage: Rosa Schwarz)