Tschechien (3. – 10. Mai)

MI, 3. Mai 2023 Fröhlichland – Telc, 132km Noch die Pezi, das Akkordeon, die Hühner, Oma, Opa, Michaela und Papa verabschieden. Und dann, Mitte Vormittag fahren wir zu zweit los: Wir (Leonie und Andrea, Johannes fährt am 11.5 mit dem Zug bis Berlin, von dort nach Rostock wo wir uns am 17., Mai treffen werden) machen uns auf die Reise und bei Gmünd den ersten Tee. Bei Slavonice, ein kleiner Ort an der Grenze zum Waldviertel, besuchen wir den Museumsgarten von Herrn Karel Tůma. In seinem Muzeum samorostů hat er sein gesamtes Arbeitsleben lang, er war Förster, ungewöhnlich gewachsenes Holz gesammelt, bearbeitet und rund um sein Haus inszeniert. Wir trafen Herrn Tůma beim Rasenmähen. Er öffnete uns den Stadl und zwei weitere Räume in denen er seine Objekte ausgestellt hat. Mich faszinieren auch die zahlreichen „Bonsai“, Nadel- und Laubbäume, die er sein Leben lang „klein gehalten“ hat. Föhren, nicht größer als Leonie! Wir fahren weiter bis Telc, suchen uns via park4night einen Platz für die Nacht. Der Campingplatz, der in der Nähe gewesen wäre, öffnet erst mit Juli. Endlich – Leonie freut sich seit Tagen darauf – kurbeln wir das Dachzelt hoch! Ich merke, ich bin inzwischen geübter und sicherer beim wilden und halb wilden Übernachten. Zudem stehen auf dem großen Schotterparkplatz zwei Wohnmobile. Wir kochen uns im Auto ein leckeres Abendessen und radeln zur schicken Altstadt. Zwischen den Pflastesteinen, zwischen den Arkaden, siedeln zahlreiche Sandbienen. Es ist warm genug, sie fliegen eifrig. Noch sind nicht viele Menschen unterwegs in Telc. Und Leonie lotst mich um die Löcher herum. Aber in den Sommermonaten könnte es ungemütlich werden für die kleinen pelzigen Kerlchen. Retour beim unserem Campingmobil will Leonie ENDLICH Bett! Im Dachzelt ist es heimelig. Der Platz ist ruhig, aus der Ferne höre ich immer wieder Kirchenglocken. Aufgrund der 6 Grad sind wir gut eingepackt und wünschen allseits eine gute Nacht! DO 4. Mai Telc – Jihlova, 31 km Ruhig und relativ kalt war dich Nacht. Wir blieben so lange im Dachzelt verpackt, bis die Sonne, die zu unserem Glück warm schien, uns wieder aufgewärmt hatte. Wir spazierten entlang der Gewässer, die die Altstadt umgeben. Arg schön ist der Stadtkern! Leonie liebt essbare Wildpflanzen. Sie fand ausreichend für ein zweites, frisches, grünes Frühstück: Haselnussblätter, Buchenblätter und Girsch. Mit Bedauern stellte sie fest, dass die Linden noch nicht ausgetrieben haben. Wir gingen bei einer (tschechischen) Führung durch das Schloss mit. Leider ist es derzeit aufgrund von Bauarbeiten nur eingeschränkt zu besichtigen. In den Saal mit dem alten Flusspferdpräparat, das Leonie von diesem Foto kennt, kamen wir leider nicht. Es war Mittag als wir uns auf den Weg nach Jihlava machten. Wieder via park4night habe ich den Parkplatz des Zoo für die Nacht ausgewählt und den gesamten Nachmittag verbrachten wir im großen Tierparkgelände. Wir sahen Tiere, die wir bisher nur aus dem Lexikon kannten. Besonders beeindruckte uns der Marabu mit seinem üppigen Kehlsack und das Zwergflusspferd. Auch die Greifvogelschau, die im Tierpark-Areal stattfand, war eindrücklich. Aus versicherungstechnischen Gründen, Schadenersatzklagen-Befürchtungen, etc. werden in Ö die Greifvögel deutlich weiter weg vom Publikum gehalten als wir es heute erlebten. Die Tiere landeten auf den freien Plätzen zwischen den Menschen, flogen dicht über uns hinweg und ein gefiederter Kerl spazierte auf unseren vorgebeugten Oberkörpern entlang. Leonie fragte bereits ab dem späten Nachmittag ob es schon Zeit sei, das Dachzelt hochzukurbeln. Zu Hause geht sie weder so zeitig noch so gerne schlafen wie jetzt die Höhle am Autodach. FR, 5. Mai Jihlava – Litomyšl, 94 km Heute gab es, damit wir nicht ausschließlich Salat, Tomaten und Mozzarella essen, warme Backerbsensuppe zum ersten Frühstück. Zum zweiten Frühstück, in der Altstadt von Jihlava, radelten wir über arg arg holprige Pflastersteine den Hügel, auf dem Stadt errichtet wurde, hinauf. Das Frühstück im Art Café am Frauentor war lecker und der Platz sonnig. Wir hätten dort einfach sitzen bleiben sollen. Bei allen anderen Versuchen in Jihlava etwas anzuschauen, waren wir erfolglos. An der Kirche zum Hl. Ignatius von Loyola wird die Fassade renoviert. Deswegen ist sie geschlossen. Das Muzeum Vysočiny Jihlava erfährt, laut Plakat am Fenster, eine modernizace. Es hat geschlossen. Die Tour durch das unterirdische Gangsystem, als Katakomben bezeichnet, hätte uns auch interessiert. Sie fand weder um 12 Uhr noch um 14 Uhr statt. Wir sind zu zweit zu wenig Personen. Und wenn ich für drei bezahle? Geht nicht, aus Sicherheitsgründen. Aufgrund meiner sprachbarriere, erfahren wir nicht, weshalb die Tour zu dritt sicherer ist, als mit zwei Leuten. Ok, wir nutzen das was da ist – das per Hand gekurbelte Karussell am Mai-Kitag, radeln zurück zu unserem Reisemobil und machen uns auf den Weg nach Litomyšl. Hier entscheiden wir uns für den Campingplatz: Sowohl wir, als auch unsere Wäsche gehört gewaschen! Der Campingplatz ist eigentlich noch im Aufbau, die Stellplätze können bereits genutzt werden, aber die Clamping-Häuser sind noch Baustellen. Es ist kaum jemand da und die Hauptsache: Es gibt warmes Wasser! SA, 6. Mai Litomyšl – Hradec Králové, 64 km Es regnet als wir am Campingplatz unsere Dachschlafhöhle einpacken. Das Frühstück gibt es deswegen heute indoor. Aber wir amüsieren uns noch über eine Entdeckung: Eines der neuen Ferienhäuser ist ein Stall für ein Wollhaarmammut. Wir versuchen es, aber es lässt sich nicht hervorlocken. Die Altstadt von Litomyšl erkunden wir zu Fuß. Mehrere Kirchen, Wirtschaftsgebäude und das Schloss – alles zusammen UNESCO Weltkulturerbe – bilden ein großes beeindruckendes Ensemble mit vielen netten architektonischen Details. Auch hier wird, wie überall wo wir hin kommen, renoviert. Aber zuerst wollen wir noch ein zweites Frühstück und dafür gehen wir ins Kafemyšl. Eine Art Suchan von Litomyšl. Leider, sagt Leonie, ohne Avocadobrot. Avocadobrot war ihre Standardbestellung beim Suchan, unserem Kaffeehaus in Freistadt. Aber auch nach Kakao und Kuchen sind wir bereit für das Schloss. Vierter Reisetag, zweite Schlossführung auf Tschechisch. Da will ich jetzt schon anmerken, dass Leonie wollte, freiwillig. Wieder kümmern uns weniger die historischen Geschichten von Herrschern, Schlachten und Co. sondern um diverse Details, die uns auffallen: Pferde auf Gemälden, die wie gelangweilte Menschen dreinschauen, Esstische, die so groß sind, dass man sich zuschreien muss, will man jemandem etwas sagen und die Waschtische, die auch nicht mehr Hygiene ermöglicht haben als unser mobiles Waschzubehör derzeit. Auch dass es damals ungewöhnlich war, dass die Eheleute ein gemeinsames Schlafzimmer hatten, fanden wir spannend! Mitte Nachmittag machen wir uns auf den Weg nach Hradec Králové, Königsgrätz. Wieder fahren wir durch Frühlingslandschaft frischer Grüntöne, und immer wieder dazwischen, blüht der Raps. Als Standplatz für die Nacht in Hradec Králové nehmen den Parkplatz beim Park Simkovy sadi. Es scheint die Sonne. Wir radeln kreuz und quer in diesem großen Park herum, ein Stück an der Elbe entlang und dann auch durch die Altstadt. Manche der Spalten zwischen den Pflastesteinen, die in der gesamten Altstadt verlegt sind, sind so breit und so tief ausgewaschen, dass ich Angst habe, dass wir mit den Reifen stecken bleiben. Aber, nix ist passiert. Abends suchen wir uns die Dobrá čajovna, die gute Teestube, von Königsgrätz. Die Teestuben, in denen man das Gefühl hat, irgendwie in einer entlegenen Gegend im Hindukusch zu sein, sind eine tschechische Spezialität. Wir fahren gerne und oft in die Teestube in Krumau. Die Teestube hier hat eine richtig gute, aus der Zeit gefallene Atmosphäre, Tibet-rot lackierte Dielen, Räucherstäbchen, Sitznischen mit Pölstern. So was fehlt in Freistadt. Wir halten unsere warmen Teeschalen, schweigen und genießen. Dann freut sich Leonie, dass sie ENDLICH mal bei Dunkelheit radeln kann, mit den Lichtern, die ihr der Osterhase gebracht hat. Im Park, auf dem Weg zum Auto, sehen wir zwei Männern zu, die mit Feuer jonglieren und, viel aufregender als das, wir beobachten zwei Bisamratten. Sie schwimmen, sie knabbern, sie spielen miteinander, sie klettern in die Wiese. Leonie ist begeistert. Mein Smartphone schafft nur ein schlechtes Foto. SO, 7. Mai Königsgrätz – Königinhof an der Elbe, 38 km Es ist kalt. Ich schaue ich nochmals ob es in der Gegend nicht doch wo eine Therme gibt. Leider nein. Wir kochen Tee und wir lauschen dem Konzert der Vögel, vor allem sind es Tauben. Die Ringeltauben kommen zum Frühstück in die Wiese nahe dem Auto. Eichhörnchen spielen wild einen Baumstamm rauf und runter und ein Wildkaninchen hoppelt auch vorbei. Leonie will nochmals durch den Park radeln. Es wird aufgrund der Temperatur nur eine kleine Runde. Dann fahren wir los in Richtung Nordwesten. In Kuks machen wir einen Stopp. Mitten in der hügeligen Landschaft auf einer Anhöhe steht das imposante Hospital Kuks, eine ehemals mondäne Kuranstalt. Wir nehmen die Räder, das Pflaster ist holprig, steil geht es rauf und runter und kalt weht der Wind. Unsere Runde durch das gegenüber liegende Dorf und die Gartenanlage ist dementsprechend kurz. Der Aufenthalt im Gasthaus dagegen ausführlich. Heute gibt die Klassiker der vegetarischen tschechischen Küche: Panierten Käse und panierten Karfiol. Ein Stück weiter in Richtung Königinhof an der Elbe machen wir nochmal Halt. Das Areál Žireč ist ausgeschildert: Barocke Gartenanlage, Kirche, einen Kräutergarten mit Gärtnerei, ein Reha- und Betreuungszentrum für Menschen mit MS, zu dem auch eine öffentliche Cafeteria gehört. In der gibt es Kurkuma Latte von Sonnentor! Wie zu Hause! Wir sind lange im Kaffeehaus. Es ist warm, es gibt einen Käfig mit zwei Wellensichen und einem Kanari und einige Menschen, die gerne mit uns reden würden. Leider können wir immer noch kein tschechisch. Auch auf die Kommunikation „mit Händen und Füßen“ lässt sich in dieser Situation nicht zurück greifen. Leonie zeichnet und beobachtet. Es ist spürbar, dass die Angestellte ihr Klientel gut kennen. Sie verstehen es eine gute Atmosphäre zu verbreiten. Im Radio wird das Biene Maya Lied, gespielt, alle singen mit. Wir sind mitten drin. Das Cyclomuzeum, auch Teil der Anlage, besuchen wir dann auch. Auf drei Stockwerken geht es quer durch die gesamte Geschichte des Fahrrades, inklusive Kinderabteilungen mit Dreirädern, BMX und Einrädern. Von der ersten Draisine geht es bis herauf zu den Rädern der 90er Jahre. Ein Hochrad kann man auch ausprobieren. Faszinierend! Wir fahren noch ein paar Kilometer bis zum Ort mit dem klingenden Namen Königinhof an der Elbe. Hier wollen wir bleiben, wegen dem Elbe-Radweg und dem Afrika-Zoo. Der Campingplatz beim Zoo ist voll, morgen ist in Tschechien ein Feiertag. Aber wir könnten am Parkplatz bleiben, meinte die Dame an der Rezeption und das machen wir auch. Trotz Campieren verboten Schild. Wieder kochen wir Tee und endlich ist viel Zeit für Die unendliche Geschichte. MO, 8. Mai Königinhof an der Elbe (Johannes, ALLES GUTE ZUM GEBURTSTAG!) Wir schlafen soo gut, in unserer Dachbox – es war halb neun, als wir aufgewacht sind. Nachdem wir unsere morgendlichen Arbeiten erledigt haben, buchen wir für eine Nacht im Safari Camp. Was für ein Luxus: open air Küche mit Wasserkocher und allem für mich, Bewegung für Leonie. Frühstück mit Blick auf Giraffen, Zebras und Weißwedelgnus, und ein richtig warmes Wirlpool! So warm, dass wir dazwischen zur Kühlung in den ungeheizten Pool hüpfen! Es ist nach halb eins als wir mit den Rädern in Richtung Altstadt los fahren. Wir finden einen absolut empfehlenswerten Eissalon und verkosten ausführlich. Wir radeln weiter auf der Route des Elbe Radweg bis zur Talsperre Königreichwald und wieder retour zum Safari Kemp. Die Bedingungen der Strecke, 12, 13 km werden es gewesen sein, sind sehr unterschiedlich und eine Herausforderung für Leonie. Es ging ziemlich bergab und bergauf, es war grober Schotter und ausgewascher Feldweg, und ein Teil der Route ging auf der Landstraße. Wir strampeln unerschrocken drauf los, finden unterwegs ausreichend saftige Birken- und Buchenblätter zur Stärkung und schauen wie verschieden die Elbe zu beiden Seiten der Staumauer ist. Wir haben es gut geschafft. Gegen fünf Uhr waren wir wieder im Camp. Dann stellte ich die Frage, wie wir weiter machen, mit unserem Tag. Ja, der Safari Zoo, warum ich den da überhaupt frag. Also gut, ab zur afrikanischen Tierwelt! Die gesamte Anlage, sowohl das Camping-Arel als auch der große Zoo, sind sehr aufwändig gestaltet und gut gepflegt. Die Gehege sind äußerst großzügig angelegt und wieder sehen wir Tiere, die wir bisher nur aus dem Lexikon und als Schleich kennen! Es gibt Okapi, Springhasen, Oryx-Antilopen, Mähnenschafe, Riesen-Galagos und wie in Jihlava Zwergflusspferde. Wir gehen und schauen und gehen und beobachten. Am Drill-Gehege wundern wir uns. An den Glasscheiben sind von innen zahlreiche Steinschlag-Schäden. Werfen die kleinen Kerle Steine auf Besucher*innen? Irgendwann habe ich genug, irgendwann haben wir Hunger. Die Sonne geht unter. Wir gehen und gehen, bis wir irgendwann dann doch wieder zum Ausgang kommen. Noch schnell Pasta kochen, nochmal vor dem Duschen in den gut warmen Wirlpool und dann aber ins Bett! Di, 9. Mai Königinhof an der Elbe – Adersbach, 40 km Am Vormittag war ausschlafen, zusammen packen und ordnen, frühstücken und Wäsche waschen. Von 11 bis 19 Uhr (!) sind wir im Safari Zoo unterwegs. Eine Stunde davon fahren wir mit einem „Safari Bus“ durchs Gelände, was nicht sonderlich ergiebig ist. Besser, wir marschieren selbst herum und bleiben, wo wir wollen. Da sehen wir mehr. Eine Liste der Tiere, die wir heute beobachten, ist sehr lang. Und als Liste bedingt interessant. Also sollen hier nur jene erwähnt werden, die uns besonders aufgefallen sind. Die Zwergflusspferde zum Beispiel, die gestern in getrennten Gehegen waren, sind heute zusammen (gelassen) und haben sich im Wasser gepaart. Vielleicht. Vielleicht haben sie auch nur geübt. Es war jedenfalls lustig. Ziemlich Bewegungslos, aber doch. Ist ja auch schwierig, wenn man so eine kleine dicke Walze ist. Dann sahen wir, wie die Kapkobra gekackt hat. Leonie meinte, sie hätte was schlechtes gefressen, weil der Kot so ungut aussah. Gleich nach dem Knoten hat sie getrunken. Eine trinkendes Schlange haben wir auch noch nie gesehen, aber das wurde vom ersten Ereignis in den Schatten gestellt. Wir beobachten wie sich die Angola Guerezas mit den Campbellmeerkatzen durch das Gitter, das ihre Gegehe verbindet, ärgern und sekkieren. Diese alte, Gras fressende Dame mischte sich auch noch ein: Sie sollen doch nicht so ein Theater machen! ,so unsere Interpretation. Wir freuen uns über eine Kanal-Röhre, die unterhalb des Geheges der Südlichen Breitmaulnashörner in das Gehege hinein, in einen Beton-Termitenhügel mit Ausgucklöchern führt. Wir beobachten die eleganten Geparden und lernen einen neuen Verwandten der allseits bekannten Erdmännchen kennen, den Fuchsmungo. Und besonders lange saßen wir im dunklen Haus der nachtaktiven Bushbabies (Senegal-Galagos), den neuen Lieblingen von Leonie. Glupschaugig, handgroß, grau-flauschig mit langem Schwanz, irre flink und neugierig. Sie kamen immer wieder zum Spalt zwischen zwei Glasscheiben, wo Leonie gerade den Finger ein Stück durch brachte. Vermutlich war es so 16 Uhr als ich zum erste Mal vorschlug, dass wir jetzt dann gehen könnten. Aber da hatten wir ja die Brillenpinguine, die Elefanten, die Klippschliefer, die Bongos, die Riesenschildkröte und das Dromedar noch nicht gesehen und die Erdferkel, die Karakal und das Tropenhaus auch nicht. Und dann entdecken wir den Ziegen-Streicheln-Bereich, was auch seine Zeit braucht. Dann war es genug. Für die Nacht, und für den morgigen Tag, fahren wir nach Adersbach. Hier gibt es einen simplen Karawanstellplatz der super für uns passt. Vor dem Einschlafen fragte Leonie noch, ob ich glaube, dass sie das letzte Mal in ihrem Leben Bushbabies gesehen hat. Nachdem wir die Möglichkeit, wie und wo sie wieder Bushbabies sehen kann, besprochen hatten, schliefen wir auch schon. MI, 10. Mai Adersbach – Karpacz, 57 km Wir frühstücken mit Blick auf die Felsenstadt Adersbach-Weckelsdorf ohne noch genau zu wissen was uns dort erwartet. Wir sind absolut beeindruckt und durchwandern fast alle möglichen Wege durch die Sandstein-Formationen. Die meiste Zeit über wandern wir als Geggies – Leonie liebt nach wie vor Rollenspiele. Und diese Landschaft ist ein Paradies für den roten Berggeggie Roko und den grünen Sumpfgeggie Gil! (Ein Kinderbuchklassiker von Mira Lobe) Die letzten beiden Tage war es herausfordernd Tiere zu fotografieren, heute finde ich, dass die Fotos auch die Dimension der Felsen nur sehr reduziert wiedergeben können. Sonst versuche ich zudem auch primär querformatige Fotos zu machen. Das geht heute kaum. Rund 6 km ist der Rundwanderweg lange. Wir gehen und rasten und führen Geggie-Dialoge. Der grüne Gil fragt den roten Roko ob jeder normale Sand vorher Sandstein war. Roko weiß es nicht. Gil muss unterwegs die verstopften Wasserabläufe ausputzen. Es war 15 Uhr als wir von der Felsenstadt aufbrachen und in Richtung Polen und Riesengebirge fuhren. Der Grenzübergang Mieroszów – Zdoňov auf unserer Route bestand vor allem aus einer Fahrbahnverengung. Hier verlassen wir nach 8 Tagen Tschechien. Was gleich auffällt sind die schlechten Straßen. Ich fahre sehr konzentriert um ja in kein Loch zu rumpeln. Weil es auf der Strecke liegt, machen wir einen Stopp beim Kloster Grüssau. Oje. So viel Gold, so üppiger Stuck, so überquellende Gewölbegemälde. Toll fand ich die gewendelte Holztreppe in einem der Türme der Westfassade: Der Barock der Anlage geht nach der Wanderung durch die so eindrückliche Natur gar nicht und wir sind rasch wieder beim Auto. In Karpacz wollten wir zum Panorama Campingplatz, der ist zwar mit Ausblick, allerdings eine umfassende Baustelle. Wir nehmen den nächsten. Er ist ok, alles da was wir brauchen. Wir richten uns ein Abendessen und haben mal wieder länger Zeit für Die unendliche Geschichte.