gestaltetes

Diese Rubrik umfasst ein Methodenarsenal, das all jene kleineren und größeren Projekte gestalterischer Art von mir zusammenfasst und archiviert.
Hier findet sich hergestelltes und zusammengezimmertes, kartiertes und verdichtetes, durchgearbeitetes und installiertes, gebündeltes und modelliertes, erzeugtes und angeordnetes, gebautes und fabriziertes, durchgeführtes und angefertigtes, umgebautes und verwirklichtes, zurechtgelegtes und angerichtetes, präsentiertes und bespieltes, geformtes und arrangiertes, produziertes und praktiziertes.




Aus einem Set an Formen und Zeichen entstand diese Erzählung. Satz für Satz, Karte für Karte – ein „Code 4 U“.

Das Brett hat ein Maul und ist doch nicht hungrig.

Was machen 150 verschiedene Frauen mit der allen gleich gestellten Aufgabe? Das Projekt FrauenGestalten erfasst hundertfünfzig verschiedene Herangehensweisen, Umgangsmöglichkeiten und Zugänge.

Einige der Arbeiten lassen sich mit KARTIEREN als deren zugrundeliegende Methode zusammenfassen. Kartieren, ein Begriff, der sich im Grunde von selbst erschließt, jedoch nicht gebräuchlich ist. Kartieren heißt so viel wie eine Karte erstellen. Im engeren Sinne denkt man dann vielleicht an geographische Karten, Österreich, Straßenatlas, Wanderkarte. Der Begriff, wie ich ihn versteh, ist jedoch viel weitläufiger und damit mehrdimensionaler zu fassen. Kartieren, in Englisch „mapping“, ist eine Praxis, mittels der man „etwas“ habhaft werden kann. Kartieren, ist eine Methode, um ein eine Feld abzustecken. Kartieren ist eine Art Feldforschung, durchaus im Sinne ethnographischer Feldforschung. Kartieren ist ein Methodenkonglomerat. Kartieren verschafft Ordnung und Überblick. Kartieren erschließt unbekannte Gebiete. Kartieren eröffnet Vergleichsmöglichkeiten. Kartieren inkludiert recherchieren und sammeln, nachforschen und visualisieren sortieren und eine sinnvolle, kommunizierbare, Ordnungssystematik zu entwickeln. Kartieren meint, eine Bestandsaufnahme machen oder auch einen Bestand konstruieren und Bedeutung herstellen. Die Isolierung des Sammlungsgegenstandes evoziert unerwartete Ästhetik und Konnotationen.
Wege abseits der üblichen Wege, erkunden, was es dort zu finden, zu entdecken gibt. Das Projekt Kernland vermessen kartiert alle achtzehn Gemeinden des Mühlviertler Kernlandes. Es ist der real begehbare, geographische Raum, der dabei von einer Gruppe von Menschen vermessen und dokumentarisch erfasst wurde.
Etwas anderes, das mich ebenfalls anzieht, ist es Dinge, die da sind und in ihrer angestammten Funktion nicht mehr gebraucht werden, weiter zu denken. Wie könnten sie anders verwendet werden? Was lässt sich aus ihnen machen? Und Ideen, die sich erst einmal eingenistet haben, drängen danach, umgesetzt und realisiert zu werden. Ich sehe etwas liegen, irgendwo in der Stadt beim Sperrmüll, auf der Sonnwendfeuerstelle des Nachbarn, in einem der Container der Altstoffsammelinsel Lasberg, und schon weiß ich, damit muss etwas gemacht werden.

Am Donaukanal wurden die alten Rettungsringe, samt der Kästen in denen sie hingen, entfernt. Einen der Kästen, aus Fieberglas, wurde zum Küchenregal.

Bei meinem Schreibtisch sitze ich auf einem Sessel, den ich vom Altholz-Scheiterhaufen des Nachbarn, gerade noch vor Sonnwend, erwischt habe. Es hat ihn zuvor bereits mehrmals abgeregnet. Die Rundung des Bugholzes der Armlehne hat dadurch seine Form verändert.

Und, nicht zu Letzt war auch ein Teil meiner Presse früher für etwas anderes gemacht. Die Spindel der Mostpresse, mit der Opa Johann Most und Süßmost gemacht hat, hat Papa Johann in meine Druckerpresse integriert.
Umbauen ist eine Methode der Aneignung. Etwas wird seinem angestammten Zweck entzogen und eigenen Zwecken zugeführt. Etwas kann jedes materielle Objekt sein, Möbel und Werkzeuge, Maschinenteile und Sperrmüll, Stoffe und Eisenteile. Die Aufhebung des angestammten Kontextes, die an die Entfunktionalisierung gekoppelt ist, öffnet Spielraum für neue Narrationen und fordert erweiterte Bedeutungszuschreibungen.